Berlin: Hitlergruß von SPD-Sprecher Will
(10.03.10, 09:58 Uhr) Der stellvertretende Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Will, soll alkoholisiert in einer Kneipe in Berlin, öffentlich den Hitlergruß gezeigt haben. Nach einer Anzeige haben die Behörden die Ermittlungen gegen Will aufgenommen wie der Staatsanwalt Steltner bestätigt.
Matthias Will gerät in das Visier der Staatsanwaltschaft. Er habe bereits im Januar in einer Gaststätte den Hitlergruß gezeigt und "Heil Hitler" gerufen. Dem Sprecher wird nun das Zeigen verbotener Zeichen von verfassungswidrigen Organisationen vorgeworfen. Dieses Vergehen wollen laut Medienberichten zahlreiche Zeugen beobachtet haben.
Für seine Tätigkeit in der SPD-Bundestagsfraktion hatten diese Vorwürfe noch keine Konsequenzen. Will wurde nicht beurlaubt und kann nach wie vor seiner Tätigkeit nachgehen. Will selber gab auf Anraten seines Anwalts, Alexander Ignor, bisher keine Auskünfte. Mittlerweile kann der Anwalt die Akten einsehen, am Dienstag lagen dem Anwalt noch keine Akten über die Ermittlungen vor.
Will droht eine Geld- oder eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren. Da der Sprecher jedoch nicht vorbestraft ist, ist eine Gefängnisstrafe ohne Bewährung so gut wie ausgeschlossen. Trotzdem wird Will im Falle einer Gefängnisstrafe höchstwahrscheinlich seinen Posten als Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion verlieren.
Der Strategiechef der CSU Christoph Freiherr von Brandenstein musste im Jahr 2008 zurücktreten, weil ein Foto auftauchte, auf dem er den Hitlergruß gezeigt hatte. Zu dem Zeitpunkt als das Foto entstand war der Strategiechef 16 Jahre alt und angetrunken, nichtsdestotrotz verlor er letztendlich seinen Anstellung.
Bild: Colourbox